Interview in B.I.T. online Kongress News

In den B.I.T. Online Kongress News für den Deutschen Bibliothekartag vom 25. Mai 2012 findet sich ein Interview zu den Zielen des Infocamp. (http://www.b-i-t-online.de/daten/hamburg/KN_Hamburg_4.pdf, Seite 5)

 

future libraries
KONGRESS NEWS-Gespräch mit Dr. Karsten Schuldt, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der HTW Chur.
Thema: „future libraries“, die Unkonferenz am 7. und 8. September in Chur.

 

Herr Schuldt, herzlich willkommen auf dem B.I.T.online-Sofa.
Sie wollen uns heute ein ganz neues Informationsformat vorstellen. Wenn Sie sich zunächst kurz vorstellen …
Ich bin seit Januar 2012 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der HTW Chur für Bibliothekswissenschaft und baue dort zusammen
mit Rudi Mumenthaler den Bereich Forschung zu digitalen Bibliotheken auf.

 

Das hört sich spannend an. Auf alle Fälle zukunftsweisend. Sie haben jetzt ein neues wissenschaftliches Konferenzformat mitgebracht, das sie am 7. und 8. September an der HTW Chur ausprobieren. Worum geht es? Wie heißt die Veranstaltung? Was dürfen wir da erwarten?
Das ist ein Infocamp, aber so „mega“-neu ist das nicht. Es ist eine Unkonferenz, so wie das BIB-Camp eine Unkonferenz ist.
Nur sind wir in der HTW so aufgestellt, dass die Bibliothekswissenschaft ganz explizit ein Teil der
Informationswissenschaft ist. Wir denken über die Organisation von Informationen nach und da gehö-
ren die Bibliotheken mit dazu. Aber wir machen ein Info-Camp zu dem gesamten Fachbereich der Informationswissenschaft. Der Titel ist: „future libraries“. Wir wollen über die Anforderungen an die zukünftigen Bibliotheken nachdenken. Die Stichpunkte floaten auch auf dem Bibliothekartag herum und in der Bibliothekspraxis geht es um Big Datas, es geht um mobile Anwendungen, es geht um die Fragen zu
mobile devices in der Bibliothek, zur Neuorganisation der Katalogisierung und des Bestandsaufbaus.
Das alles wollen wir in einer Unkonferenz zusammen bearbeiten.

 

Jetzt haben wir viele spannende Themen gehört. Erzählen Sie doch ein bisschen, wie eine solche Unkonferenz methodisch und organisatorisch abläuft. Was hat man sich darunter vorzustellen? Gibt es Vorträge und klassische Sessions? Wie ist speziell die Unkonferenz in Chur strukturiert?
Eine Unkonferenz ist ein sehr empowerndes Veranstaltungsformat. Alle Anwesenden werden als Expertinnen und Experten gesehen. Alle sollen beitragen und alle müssen eigentlich auch beitragen. Es gibt keine klassischen Vorträge, bei denen vorne jemand steht und wichtige Sachen erzählt und alle anderen zuhören und dann Fragen stellen, sondern es ist ein Workshopformat. Am ersten Tag treffen sich Expertinnen und Experten, die an dem Thema Interesse haben und entscheiden darüber, welche Workshops überhaupt stattfinden in den nächsten Tagen – bei uns sind das zwei Tage. Das funktioniert relativ gut, solange alle engagiert sind. Dann werden wir entscheiden: Was sind die brennenden Themen, über die wir zusammen reden wollen? Da wird dann auch bestimmt, wer diesen Workshop eigentlich macht. Und die Workshops selber sind ähnlich – keine
Seminare, wo vorne jemand steht und etwas sagt, sondern es werden Fragen gestellt und dann arbeiten alle zusammen an diesen Themen. Wie wir die Workshops gestalten, wird vor Ort entschieden. Die Idee ist, dass das sehr spontan geschehen kann, dass die Kompetenzen der unterschiedlichen Teilnehmenden eingebracht werden können und dass auch, falls es sich ergibt, neue Kollaborationen oder
Projekte sofort vor Ort gestartet werden können.

 

Wer sollte an dieser Unkonferenz teilnehmen und mit wie vielen Teilnehmern rechnen Sie in Chur?
Wir rechnen mit 120 bis 150 Personen. Das ist so Standard bei Unkonferenzen. Teilnehmen sollten
natürlich alle, die sich über die Zukunft der Bibliotheken Gedanken machen und die Bibliotheken tatsächlich von der informationswissenschaftlichen Seite her betrachten wollen. Und die Teilnehmenden
sollten auch sehr sozial sein, denn ein großer Teil von Unkonferenzen ist Socialising. Wir haben social events drum herum, wir haben gemeinsames Essen und Trinken und Feiern – das gehört alles dazu.
Es geht auch um Vernetzung und darum, neue Ideen quasi in einem gewissen Flow zwei Tage lang zu
produzieren.

 

Herr Schuldt, ich wünsche Ihnen viel Erfolg für Ihre Unkonferenz, das Info-Camp „future libraries“ an der
HTW Chur im September. Mehr Informationen kann man ja auch noch auf www.infocamp.ch dazu finden.
Vielen Dank für das Interview.

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